Häufige Fragen - Im Wald
Was ist anders bei einer islamischen Bestattung ?

Jede Bestattung, egal welcher Religionszugehörigkeit, ist bei den Grundleistungen des Bestattungsunternehmen identisch. Doch die Unterschiede in einer Bestattung liegen je nach Religionszugehörigkeit in deren Bestattungsrituale. Die islamische Bestattung zeichnet sich durch drei Grundpfeiler aus, welche durchgeführt werden müssten, um diese als islamische Bestattung bezeichnen zu können. Diese Grundpfeiler sind folgende:

  1. Die rituelle islamische Ganzkörperwaschung des Leichnams | mehr
  2. Das verrichten des islamischen Totengebets | mehr
  3. Die Beisetzung in ein Erdgrab (vorzugsweise auf einem muslimischen Grabfeld) | mehr

Bei einer christlichen Erdbestattungen beispielsweise, wird traditionell die Verstorbene Person in einem Sarg beigesetzt, wobei die Verstorbenen im islamischen Glauben in weiße Leichentücher eingewickelt und ins Grab beigesetzt werden.

 

Besteht auch für Muslime Sargpflicht in Deutschland ?

Einer der häufigsten Fragen überhaupt in diesem Thema ist die Sargpflicht in Deutschland für Muslime. Da die meisten Menschen hierzulande ihre Verstorbenen seit Generationen in Särge bestatten, wurde die Sarglose Leichentuch Bestattung der Muslime als einen Kulturschock und als sehr ungewöhnlich angesehen. Verständlicherweise, da Andersgläubige es nicht anders kennen. Deshalb wurde dieses Thema lange Zeit in den Bundesländern diskutiert. Dank des Angachemont vieler muslimischer Gemeinden und Vereine in Deutschland, wurde diese Bestattungspraktik seit ca. 2012 in einigen Bundesländern akzeptiert.

Ist es Pflicht den muslimische/n Verstorbene/n innerhalb von 24 Stunden zu beerdigen ?

Nein, es wird weder im Koran (Das heilige Buch der Muslime) noch in der Sunna (Erzählungen und Tradition des Propheten Mohammed) erwähnt,dass man in einer bestimmten Zeitspanne den Verstorbenen Beerdigen muss. Dies hat sich leider in ganz Deutschland breit gemacht, wobei die Richtigkeit des Verständnis dieser Aussage darunter leidet.

Der /Die  Verstorben/e Muslim/a sollte so schnell wie möglich beerdigt werden, wobei hier keine Zeitspanne angegeben wird. Der Prophet Mohammed (Friede und Segen auf ihn) sagte: "Beeilt euch mit dem Leichenzug". Der Sinn und Zweck dahinter ist, dass man den Verstorbenen so schnell wie möglich in seinen Frieden zu setzen, und ihm somit die Ruhe der Seele in schnellster Form zu ermöglichen. 

In Deutschland ist ein Sterbefall mit einer Vielzahl von Bürokratie verbunden, wodurch der Verstorbene teilweise erst nach 2-7 Tagen beerdigt wird. Grund dafür sind die verschiedenen Öffnungszeiten der Behörden, Obduktion und Freigabe der Staatsanwaltschaft, fehlende Unterlagen, Unaufindbarkeit der Angehörigen, Identifizierungen, mögliche Korrekturen der Dokumente usw. 

Fazit: Als islamischer Bestatter bemüht man sich eine sehr zeitnahe Bestattung wie möglich zu organisieren, welches wir nicht immer schaffen.

Bestattung in Deutschland oder Überführung ins Heimatland? Wofür entscheiden sich die meisten Muslime?

Die erste Generation der muslimischen Mitbürger (Gastarbeiter) in Deutschland wurden aufgrund der fehlenden Möglichkeiten einer islamischen Bestattung ins Heimatland überführt. Dies hat allerdings von Jahr zu Jahr immer mehr durch die Heranwachsung der eigenen Kinder abgenommen, sodass sich schon in den achziger Jahren die ersten sich in Deutschland auf muslimischen Gäberfeldern beerdigen haben lassen.

Heutzutage nehmen die Inlands- Bestattungen enorm zu, da die eigenen Kinder sich in Deutschland verwurzelt haben.